-

Vielseitige Abenteuer in den Great Western Tiers

Im Hinterland der Nordküste befinden sich die Great Western Tiers, eine äusserst vielfältige Landschaft, die das zentrale Hochland nach Nordosten abschliesst. Besucher können zwischen einem kulturellen Ausflug zu den Wandmalereien in Sheffield, eindrücklichen Höhlenbegehungen bei Mole Creek oder wunderschönen Wanderungen auf den Mt Roland und zur Walls of Jerusalem wählen. Es hat also für jeden Geschmack etwas dabei.

-

Anfahrt, Orientierung und Transport

Die Great Western Tiers sind entweder aus Westen vom Cradle Mountain Nationalpark, aus Norden über Devenport oder aus Osten über Lanceston erreichbar. Mehrere Haupt- und Nebenstrassen führen dabei in das weitläufige Gebiet.

Das Gebiet der Great Western Tiers erstreckt sich zwischen dem Cradle Mountain im Westen, Sheffield im Norden und Deloraine im Osten. Im Süden ragt der Walls of Jerusalem Nationalpark weit in das zentrale Hochland hinein. Das Örtchen Mole Creek liegt zentral, von dort aus erreicht man alle Sehenswürdigkeiten bequem und schnell. Die wichtigsten Verbindungsstrassen sind alle asphaltiert und auch gut zu befahren.

 

Sehenswürdigkeiten

Sheffield *****

Sheffield war, wie so viele kleine Dörfer in abgelegenen Gebieten, Ende der 70er Jahre dem Untergang geweiht. Dann begann die Gemeinde, die Wände mit riesigen Bildern zu bemalen, um die Aufmerksamkeit der durchfahrenden Touristen wieder zu erlangen. Die vielen sogenannten „Murals“ erzählen dabei interessante Geschichten aus Sheffield und der Umgebung rund um den kleinen Ort.

Great Western Tiers - Mural in Sheffield
Mural in Sheffield

Die bemalten Hauswände wurden mit einem kurzen Beschrieb ergänzt und ein Audioführer mit weiteren Informationen zum Inhalt und der Entstehung der Bilder produziert. Diese Massnahmen zeigten die gewünschte Wirkung und das Städtchen verfügt heute wieder über regen Besuch von Touristen aus aller Welt und damit ein geregeltes Einkommen für die Einheimischen.

Die Audiotour wollten wir uns nicht entgehen lassen. Im Besucherzentrum mieteten wir dafür Audioguides, erhielten einen Plan und machten uns dann auf Entdeckungsreise in Sheffields Vergangenheit.

Great Western Tiers - Das erste Mural in Sheffield erzählt die Geschichte von Gustav Weindorfer
Das erste Mural in Sheffield erzählt die Geschichte von Gustav Weindorfer

Ich fand es faszinierend, in die Geschichten von Sheffield einzutauchen. Von der Entdeckung der Ebene, auf der Sheffield gegründet wurde, über den österreichischen Abenteurer Gustav Weindorfer, welcher die Grundlage für den Cradle Mountain Nationalpark legte, bis hin zu Porträts von bekannten Handwerkern und der frommen Glaubensgemeinschaft aus der Gründungszeit war alles dabei.

Es war äusserst unterhaltsam, die Entstehung der Bilder und das Leben der Einheimischen auf diese Weise kennenzulernen und ich genoss den Spaziergang durch das schmucke Städtchen, immer mit dem markanten Mt Roland im Hintergrund.

Great Western Tiers - Mural in Sheffield
Mural in Sheffield

Ich war beeindruckt von der tollen und innovativen Idee, welche der kleine Ort erfolgreich umgesetzt hat. Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle.

Kurz-Info:
Preis: 7$ pP für den Audioguide
Zeit: ca. 2h

 

Mt Roland **

Mt Roland ist bereits von weit herum sichtbar. Erhaben ragt der Berg in den Himmel und schreit geradezu nach einer Besteigung. Ich wählte für den Aufstieg die nördliche Route. Von der C136 zweigt beim The Vale Flugplatz die Kings Road ab. Die Schotterstrasse ist recht steil, aber mit einem kleinen Auto gut zu befahren. Fast am Ende der Stichstrasse hat es einen ausgewiesenen Besucherparkplatz, wo auch der Wanderweg beginnt.

Die nördliche Route ist die steilere und direktere Aufstiegsvariante. Der Weg führt bereits von Beginn an steil hinauf durch dichten Wald, über Wurzeln und Felsbrocken und erfordert später auch einiges an Kraxlerei. Der Weg ist aber nie ausgesetzt und mit Kraft, Ausdauer und Trittsicherheit gut zu gehen.

Nach etwa einer Stunde erreicht man eine flache, buschbewachsene Ebene, über welche der kurze Schlussaufstieg und damit den höchsten Punkt des Mt Roland erreicht wird. Wir konnten die Aussicht und die warmen Sonnenstrahlen alleine geniessen. Der Blick schweifte von der Walls of Jerusalem im Süden bis zur Bass Strait im Norden. In der Ferne entdeckte ich sogar den markanten Gipfel des Cradle Mountain.

Great Western Tiers - Aussicht vom Mt Roland Richtung Cradle Mountain
Aussicht vom Mt Roland Richtung Cradle Mountain

Alternative:
Da mir der Aufstieg von der Kings Road her überhaupt nicht gefiel empfehle ich den etwas weiteren, aber dafür weniger steilen Weg von Gowrie Park aus. Der sollte vom hören sagen etwas schöner, aber distanzmässig eben auch weiter, sein.

Hinweis:
Zudem empfehle ich, den Namen im Wegbuch ein- und auch wieder auszutragen, damit im Falle eines Unfalls die Behörden Bescheid wissen, wer wo unterwegs ist.

 

Mole Creek Caves ****

Die grosse Attraktion des Mole Creek Karst Nationalpark sind seine Höhlen. Wie der Name bereits andeutet, wurde der Kalkstein des Gebietes im Laufe der Zeit ausgewaschen und es entstanden riesige Höhlensysteme mit bizarren Formationen. Zwei dieser Höhlen können im Rahmen einer Tour besichtigt werden und ein Guide erzählt jeweils interessante Details.

Marakoopa Cave

Die Marakoopa Cave ist ab der B12 über die Mayberry Street erreichbar. Am Ende der Stichstrasse liegt das Mole Creek Caves Ticket Office, wo die Eintritte für diese und gleich auch für die King Salomon Cave gekauft werden können. Der Höhleneingang selber befindet sich etwas weiter hinten im Tal.

Die Marakoopa Cave zeichnet sich durch ihre Grösse aus. Alle Räume sind riesig und es gibt viele Stalaktite, Stalakmite und Säulen zu bestaunen. Die Höhle ist wunderbar beleuchtet und die Guidin wies die Gruppe auf die skurrilsten Gesteinsformationen hin. Mir gefiel vor allem der Bereich bei The Garden.

Great Western Tiers - The Garden in der Marakoopa Cave
The Garden in der Marakoopa Cave

Am Ende der Höhle in der hohen, saalartigen Kathedrale sang die Guidin dann noch ein Lied, um die eindrückliche Akustik zu demonstrieren.

Great Western Tiers - Kathedrale in der Marakoopa Cave
Kathedrale in der Marakoopa Cave

Der Weg durch die Höhle ist nie einengend und bestens zu begehen. Diese Tour war für mich ok, konnte mich aber nicht wirklich begeistern, da ich solche Höhlen während der Reise bereits oft gesehen hatte. Alternativ gäbe es noch eine zweite Tour in dieser Höhle, die einem kleinen Bächlein folgt.

King Salomon Cave

Die zweite Höhle befindet sich etwas weiter direkt an der B12. Vom dazugehörigen Parkplatz erreicht man den Eingang über einen kurzen Weg. Diese Höhle beeindruckte mich um einiges mehr als noch die Marakoopa Cave. Die Stalaktite, Stalakmite und Säulen erstrahlen in dieser Höhle in den unterschiedlichsten Farben und Formen. Die Formationen imponierten mir enorm und fallen definitiv unter die schönsten, welche ich bisher gesehen hatte. Ein absolut bezaubernder Ort. Der Weg ist an einigen Stellen zwar etwas schmal, aber immer noch problemlos zu begehen.

Great Western Tiers - Eingangsbereich der King Salomon Cave
Eingangsbereich der King Salomon Cave

In beiden Höhlen herrscht eine konstante Temperatur von 9°C. Warme Kleidung ist aus diesem Grund empfehlenswert. Fotografieren ist nur im Eingangsbereich der Marakoopa Cave nicht gestattet, da es dort einige Glühwürmchen hat. Ansonsten kann man fotografieren und auch blitzen.

Kurz-Info:
Preis: 19$ pP pro Tour
Zeit: ca. 1h pro Tour

 

Walls of Jerusalem Track ****

Der Wanderweg zur Walls of Jerusalem ist über die C171 und die Mersey Forest Road erreichbar. Die Strasse ist gut befahrbar, aber die letzten 11km sind nicht asphaltiert. Von der letzten Abzweigung zum Parkplatz (Fish River Road) wird es aber steil und holprig. Mit dem kleinen Campervan mit Hinterradantrieb kam ich bei trockenen Verhältnissen gerade noch so hoch.

Der Wanderweg beginnt gleich beim Parkplatz. Über einen kurzen Aufstieg durch einen schönen Eukalyptus-Wald gelangt man zur Trappers Hut und weiter auf eine buschbedeckte Hochebene, welche mit Felsblöcken und kleinen Seen, den Salomon Jewels durchzogen ist. Da nur wenige andere Wanderer unterwegs waren fühlte ich mich wie ein richtiger Abenteurer, alleine im australischen Outback.

Great Western Tiers - Salomon Jewels mit der Walls of Jerusalem im Hintergrund
Salomon Jewels mit der Walls of Jerusalem im Hintergrund

Der Wanderweg führt recht lange der Hochebene entlang. Die Büsche werden mit der Zeit kleiner und mischen sich zunehmend mit Grasbüscheln. Weiter vorne sieht man schon bald die ersten Ausläufer der Walls of Jerusalem. Nach einem kurzen Aufschwung erreicht man den Lake Salome, der von einer mauerartigen Felsenkette umgeben ist, der Walls of Jerusalem.

Etwas dahinter liegt der idyllische Pool of Bethesda. Der kleine Tümpel liegt wunderschön zwischen den Felswänden der Walls of Jerusalem und bietet sich perfekt für eine Mittagspause an.

Great Western Tiers - Pool of Bethesda bei der Walls of Jerusalem
Pool of Bethesda bei der Walls of Jerusalem

Wer noch weiter laufen möchte kann bis auf The Temple oder zum Salomons Throne aufsteigen. Der Rückweg ist jeweils der gleiche wie der Hinweg. Insgesamt eine lohnende Wanderung, vor allem im schönen Kessel der Walls of Jerusalem.

Kurz-Info:
Distanz: 17km
Höhenmeter: 600hm
Zeit: 5-7h

Hinweis:
Auch bei dieser Wanderung steht ein Wegbuch zur Verfügung, wo man sich ein- und auch wieder austragen kann, damit im Falle eines Unfalls die Behörden Bescheid wissen, wer wo unterwegs war.

 

Unterkunft

Mt Roland
Nach der Anfahrt von der Nordküste und dem Besuch von Sheffield übernachteten wir auf dem O’Neills Creek Picnic Reserve in Gowrie Park. Auf der linken Seite hat es mehrere Stellplätze auf einer Grasfläche, an der Strasse auch Hartplätze. Die Toiletten waren sehr sauber und der Platz ist äusserst günstig. Er ist ideal gelegen für die Besteigung des Mt Roland.

Preis: 5$ pro Auto
Infrastruktur: KEIN Trinkwasser, WC

Mole Creek
Für den Besuch der Höhlen bei Mole Creek und für die Wanderung zur Walls of Jerusalem quartierten wir uns auf dem Mole Creek Caravan Park ein. Der Platz ist schön an einem kleinen Bächlein gelegen, wo manchmal auch Schnabeltiere beobachtet werden können. Die Anlage ist sauber und gepflegt und es hat alles was man braucht.

Preis: 10$ pP (ohne Strom), 12.5$ pP (mit Strom)
Infrastuktur: Trinkwasser, WC, Dusche (kostenpflichtig 0.60$ für 5min), Strom vorhanden, free WLAN

 

Essen und Trinken

In Sheffield hat es einen IGA mit guter Auswahl. In Mole Creek hat es einen kleinen Laden mit beschränkter Auswahl.

 

Programmvorschlag

Die Murals in Sheffield können gut bei der Durchreise eingeplant werden. Es lohnt sich aber, genügend Zeit für die Audiotour vorzusehen. Diese ist nämlich bestens umgesetzt und es gibt viele Gemälde mit interessanten Geschichten zu entdecken.

Wer gerne wandert, für den lohnt sich die Tageswanderung auf den Mt Roland. Ich empfehle, den Aufstieg von Gowrie Park aus zu probieren, da derjenige von der Kings Road für mich nicht wirklich schön zu gehen war.

Für den Besuch des Mole Creek Karst Nationalpark und seine Höhlen reicht ein weiterer Tag. Die Führungen in die Höhlen dauern jeweils 1h. Die Cathedral-Tour in der Marakoopa Höhle ist ok aber interessanter, vielseitiger und schöner war für mich die King Salomon Cave. Diese sollte man sich aus meiner Sicht unbedingt anschauen.

Die Wanderung zur Walls of Jerusalem nimmt dann nochmals einen Tag ein. Wer wenig Zeit hat, aber trotzdem wandern möchte, dem empfehle ich eher diese Wanderung als jene auf den Mt Roland.

 

Karte:
Zur besseren Übersicht habe ich alle genannten Orte auf der Tasmanien-Karte markiert.

Teilen:

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Formular zurücksetzenBeitrag kommentieren