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Alles was man zu Indonesien wissen muss

Nach den beiden Roadtrips in Neuseeland und Tasmanien ging es für uns weiter nach Südostasien, genauer nach Indonesien. Wir waren bisher erst in einem asiatischen Land, nämlich in Myanmar, unterwegs. Daher wussten wir aber, dass sich die Art zu reisen nun ändern würde. Von Transport, Übernachtung und Selbstversorgung im Campervan hin zu Taxi-  und Busfahrten und der täglichen Suche nach Unterkünften und Restaurants.

Da Indonesien aus sehr vielen Inseln besteht machten wir uns bereits im Vorfeld Gedanken darüber, welche Gegenden wir in der uns zur Verfügung stehenden Zeit gerne erkunden möchten. Unser Entscheid fiel auf die Region um Denpasar und Ubud im Süden von Bali, die Gili Islands vor Lombok und den Komodo Nationalpark vor der Insel Flores.

Wir haben all unser Wissen und unsere Erfahrungen in diesem Beitrag zusammengefasst. Wer selbst einmal nach Indonesien reisen möchte, findet hier viele wertvolle Tipps und hilfreiche Informationen zur allgemeinen Planung der eigenen Reise. Wer mehr zu den einzelnen Destinationen erfahren möchte findet in den einzelnen Berichten weitere Informationen.

 

Visum und Einreise

Braucht es ein Visum?

Für einen Aufenthalt bis 30 Tage ist für Schweizer Bürger kein Visum erforderlich. Für die Einreise muss lediglich beim Check-In einen Weiter- oder Rückflug vorgewiesen und im Flugzeug ein Einreisedokument ausgefüllt werden. Damit erhält man das kostenfreie Touristenvisum. Wir hatten bei der Einreise mit diese Variante keinerlei Probleme.

Wer länger als 30 Tage in Indonesien bleiben möchte hat mehrere Optionen:

Die einfachste Variante ist ein Visa-Run, d.h. man verlässt vor Ablauf des 30-tägigen Touristenvisums kurz das Land und reist erneut ein, wieder mit dem kostenfreien Touristenvisum. Damit kann man dann weitere 30 Tage im Land bleiben. Das klappt problemlos, verlangt aber ein Flug (z.B. günstig mit AirAsia nach Kuala Lumpur und zurück).

Wer keinen solchen Flug machen möchte, aber trotzdem bis 60 Tage in Indonesien bleiben möchte kann zum einen direkt ein Visum bei der Einreise beantragen. Das kostet um die 50$, muss aber (etwas umständlich) nach 30 Tagen bei der lokalen Immigrationsbehörde verlängert werden. Wie das genau geht beschreiben viele andere Blogger, die mehr Erfahrungen mit dieser Verlängerung haben.

Wer schon zu Hause weiss dass er bis 60 Tage in Indonesien bleiben möchte kann auch direkt ein Visum bei der Botschaft beantragen. Das muss dann nicht umständlich vor Ort verlängert werden.

Wer länger als 60 Tage in Indonesien bleiben möchte braucht einen Sponsor, der für einen bürgt. Dieses Visum muss man vorgängig bei der Botschaft beantragen und ist zunächst 60 Tage gültig. Danach kann es bis zu 4 Mal (bis insgesamt zu einem halben Jahr) bei den lokalen Immigrationsbehörden verlängert werden.

Allen Varianten gemeinsam ist dass ein Rück- oder Weiterflug vorgezeigt werden muss.

Weitere Anforderungen und Informationen auf der Webseite der Botschaft in Bern und auf der TCS-Seite.

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Geld

Welche Bezahlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Landeswährung ist die indonesische Rupiah (IDR). Für die einfache Umrechnung entsprechen 100‘000 IDR etwa 7 Schweizer Franken.

In besseren Restaurants und Hotels könnte manchmal mit Kreditkarte bezahlt werden. Ansonsten ist aber vor allem Bargeld gefragt. Das beziehen von Bargeld ist absolut kein Problem, Automaten stehen an jeder Ecke. Man sollte beachten dass pro Bezug meist nur ein beschränkter Betrag von maximal 2‘500‘000 IDR (oder umgerechnet ca. 175 Fr.) bezogen werden kann. Mehrmaliges Abheben klappt aber problemlos.

Weitere Tipps zum Umgang mit Geld im Ausland haben wir unter unseren Reisevorbereitungen festgehalten.

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Transport

Was ist das beste Transportmittel?

Alle Besucher von Bali landen auf dem internationalen Ngurah Rai Flughafen in Denpasar. Für den Transfer vom Flughafen zur Unterkunft ist es am einfachsten bei der Unterkunft anzufragen. Oder aber man benutzt die offiziellen Flughafentaxis. Aber Achtung, das sind nicht die viel zu Teuren in der internationalen Ankunftshalle! Die offiziellen Taxis bucht man direkt über den Schalter beim Ausgang des Domestic Terminal. Bei längeren Strecken lohnt sich der Pauschalpreis, für kürzere Strecken (wie etwa nach Kuta) der Taximeter. Wem der Transfer immer noch zu teuer ist kann auch mit Einheimischen verhandeln, die warten zu Hauf in den Ankunftshallen und fahren oft etwas günstiger. Als Richtwert würden wir für kürzere Strecken mit 150‘000 IDR, für etwas weitere Strecken bis 250‘000 IDR rechnen.

Grab (asiatische Variante von Uber) ist die wohl günstigste Transportmöglichkeit. Die Fahrer von Grab können aber leider nicht in das Flughafengelände in Denpasar hinein fahren. Sie werden auch sonst von der einheimischen Bevölkerung recht stark boykottiert und bekämpft. Vor allem in Ubud werden Grab-Fahrer äusserst ungern gesehen und oft vertrieben, da sie viel günstigere Preise anbieten als die Taxifahrer. Die Fahrt von Denpasar nach Ubud kostet mit Grab rund 80`000 IDR, mit einem Taxi 300‘000-500‘000 IDR. Wir haben Grab selber ausprobiert und alles klappte prima und problemlos. Wir können diesen Service gut weiterempfehlen. Am besten einfach niemandem sagen dass man mit Grab unterwegs ist, sondern auf Nachfrage sagen dass ein Freund gefahren sei.

Rund um Denpasar und Ubud sind die Strassen asien-typisch fast immer vollgestopft. Die einfachste und schnellste Transportmöglichkeit bietet bei weitem ein Motorroller. Für rund 50`000 IDR kann man sich bei fast jeder Unterkunft ein solches Gefährt ausleihen und damit selber herumfahren. Zu beachten gilt dass Helmobligatorium besteht und in Indonesien Linksverkehr herrscht! Ansonsten gibt es nicht wirklich viele Regeln, sondern jeder fährt so wie es gerade geht. 😉

Für die Navigation empfehlen wir die Android-App MAPS.ME. Die Karten sind auch offline verfügbar und zeigen praktisch alle Strassen und Gassen und sogar die meisten Wanderwege an. Damit konnten wir immer problemlos durch die engen Strassen von Bali manövrieren und haben nie ein Ziel verpasst. Absolut empfehlenswert!

Auf die Gili Inseln fahren von Bali aus Schnellboote. Es lohnt sich für diesen Transfer die Preise verschiedener Anbieter zu vergleichen. Die Boote sind qualitativ alle recht ähnlich. Wir buchten unseren Transport von Ubud nach Gili Trawangan mit dem Unternehmen von Adi (Adiguna Tours), welches uns von einer Kollegin empfohlen wurde. Der Preis ist saisonabhängig und Verhandlungssache und variiert zwischen 400‘000-500‘000 IDR. Inbegriffen sind der Pick-Up bei einer Unterkunft in der Region rund um Denpasar und Ubud, die Retour-Fahrt mit dem Schnellboot und der Drop-Off bei der nächsten Unterkunft.

Für den Besuch des Komodo Nationalpark vor der Insel Flores bucht man am besten einen Flug von Denpasar nach Labuanbajo. Wir flogen recht günstig mit NamAir und hatten keine Probleme. Wer mit Tauchausrüstung fliegt sollte sich auch die Angebote von Garuda Indonesia anschauen. Vom Flughafen sind es nur ein paar Minuten ins Zentrum von Labuanbajo. Ein Transfer organisiert die Tauchschule oder Unterkunft für rund 50‘000 IDR, Einheimische fahren für etwa 30‘000 IDR. Von Labuanbajo ist der Nationalpark dann aussschliesslich per Boot zu erreichen. Am besten bucht man gleich eine Tauch- oder Schnorcheltour inkl. Besuch der Komodo Dragons.

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Komodo Nationalpark - Anfahrt in den Komodo Nationalpark

Unterkünfte

Wie findet man eine Unterkunft?

Wir nutzten für die Suche nach geeigneten Unterkünften die Portale von Booking.com und Agoda. Beide Portale bieten eine grosse Auswahl an Unterkünften, oft aber mit anderen Preisen. Ein Vergleich lohnt sich.

Ein Unterschied besteht vor allem für die Unterkünfte. Bei Buchungen über Booking.com müssen die Inhaber weit weniger Gebühren bezahlen als bei Agoda. Dies ist vor allem für kleinere Familienbetriebe ein wichtiger Aspekt.

Wir suchten vor allem nach kleinen und persönlichen Unterkünften, sogenannten Homestays oder Bed and Breakfast Pensionen. Diese werden meist von Familien geführt. Wir schätzten den persönlichen Kontakt zu den Inhabern. So kamen wir zu vielen wertvollen Tipps und Informationen.

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Verpflegung

Wo kann man einkaufen und essen?

Die einzige Supermarktkette mit einer grossen Auswahl an westlichen Produkten ist der Pepito. Die Produkteauswahl ist qualitativ sehr gut, der Preis jedoch auf westlichem Niveau und für asiatische Verhältnisse enorm hoch. Ansonsten gibt es eine Vielzahl an asiatischen Supermärkten und Markständen mit einer guten Auswahl an Produkten gleich um die Ecke.

Für Markenartikel sind die vielen Shops in Kuta, Seminyak und Canggu zu empfehlen. Aber auch in Ubud und den Gili Islands gibt es eine Vielzahl an kleinen Shops mit Kleidern, Taschen, Handwerk etc. Für Souvenirjäger können wir den riesigen Markt mitten in Ubud empfehlen.

In den touristischen Orten hat es modernen Restaurants mit internationaler Küche. Einfache Strassenküchen mit leckeren, traditionellen Gerichten wie Nasi Campur, Nasi Goreng oder Mie Goreng findet man an jeder Ecke. Wir haben oft in solch einfachen Gaststätten gegessen und nur positive Erfahrungen gemacht.

Denpasar - Leckeres Frühstück

Reisezeit

Wann ist die beste Reisezeit?

Indonesien kann grundsätzlich das ganze Jahr bereist werden. Es herrscht ganzjährig ein tropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit. Während der Regenzeit von Dezember bis März kann es aber zu kleineren Einschränkungen kommen. Die beste Reisezeit mit besonders viel Sonne und wenig Niederschlag ist von April bis Oktober.

Komodo Nationalpark -

Sicherheit

Wie sicher ist das Land?

Die politische Lage im Land ist grundsätzlich ruhig und stabil. Jedoch können separatistische Bewegungen und ethnisch-religiös motivierte Spannungen die Sicherheit in einzelnen Regionen gefährden. Betroffen sind dabei vor allem die Insel Sumatra (Aceh), Papua und West Papua und Zentral-Sulawesi (Poso).

Wir waren vor allem in Bali, auf den Gili Island und in Labuanbajo auf der Insel Flores unterwegs und haben uns stets sehr sicher gefühlt. Die Einheimischen waren äusserst freundlich und die Stimmung immer friedlich. Klar wird man als Tourist auf dem Markt oder bei Taxifahrten zum Teil etwas abgezockt, aber wenn man etwas aufmerksam ist und die Preise mit der Zeit etwas kennt, kann dies einfach verhindert werden. Von schwereren Delikten wie Raubüberfällen oder Einbrüchen haben wir nie etwas gehört und mitbekommen.

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Hygiene

Was muss man bezüglich Hygiene beachten?

Wie an vielen Orten in Asien besteht auch in Indonesien leider ein grosses Abfallproblem. Plastik und Müll liegt überall herum.

Toiletten in öffentlichen Gebäuden oder Restaurants gehen meist in Ordnung, es gibt aber immer wieder hässliche Ausnahmen.

Es lohnt sich auf jeden Fall, immer vor dem Essen die Hände zu waschen und Vorsicht bei ungekochten Speisen walten zu lassen.

Die meisten Unterkünfte sind dagegen sehr sauber und gepflegt.

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Kommunikation

Welche Telefon- und Internetangebote gibt es?

In Indonesien gibt es unzählige Anbieter, die manchmal nur in einem beschränkten Gebiet Empfang anbieten. Der Anbieter Telkomsel funktioniert in ganz Indonesien.

Wir kauften uns deshalb eine indonesische SIM-Karte vom Anbieter Telkomsel mit 13GB mobilen Daten für 80`000 IDR. Die inkludierte Datenmenge tönt auf den ersten Blick nach viel, die Daten werden aber automatisch für bestimmte Nutzungen eingeteilt. So konnten wir nur eine begrenzte Datenmenge zum freien Surfen nutzen. Die restliche Datenmenge wurde auf die Funktionen Facebook, Youtube etc. aufgeteilt. Zudem konnten wir nur mobile Daten nutzen und keine Anrufe tätigen. Das reichte uns aber aus.

Gegen Ende von unserem Aufenthalt trat eine neue Regelung in Kraft, welche jeden SIM-Karteninhaber verpflichtete sich beim Anbieter zu registrieren. Um diese Registration abzuschliessen mussten wir extra nach Kuta in einen entsprechenden Shop fahren.

Als Alternative gibt es noch den Anbieter XL. Dieser soll ebenfalls gute Angebote haben und in vielen Teilen Indonesiens Empfang anbieten.

Die einheimische SIM-Karte hilft vor allem für die Informationsbeschaffung unterwegs. In den meisten Unterkünften steht kostenloses WLAN zur Verfügung, manchmal aber mit schlechtem Empfang und geringer Geschwindigkeit.

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Reiseführer

Welchen Reiseführer empfehlen wir?

Wir reisten mit dem Lonely Planet im pdf-Format. Er ist, wie gewohnt, solide aufgebaut und liefert alle nötigen Informationen. Wir können diesen Reiseführer weiterempfehlen.

 

Informationsbeschaffung vor Ort

Wie kommt man an weitere Informationen?

Neben den vielen Informationen welche man im Internet findet, lohnt es sich immer auch bei den jeweiligen Unterkünften um Tipps und aktuelle Informationen zu fragen.

Ubud - Bauer in den Tegallalang Rice Terrace

Knigge

Wie verhält man sich gegenüber Einheimischen?

Die einheimische Bevölkerung in Indonesien ist meist sehr freundlich und herzlich. Sie freuen sich enorm wenn diese Freundlichkeit erwidert wird. Auch wenn man als Tourist etwas zu bemängeln hat, sollte man dies erst mit einem Lächeln und einem freundlich Ton versuchen. Meist wird die Anfrage rasch umgesetzt. Es ist hilfreich zu wissen, dass es in der asiatischen Kultur wichtig ist, das Gesicht nicht zu verlieren. Aus diesem Grund wird mit Konflikten anderes umgegangen als im Westen.

Trinkgeld ist in Indonesien unüblich. Vielfach wird gleich mit der Rechnung eine Servicegebühr erhoben. Falls das nicht der Fall ist kann man im Rahmen von 5-10% Trinkgeld geben, muss aber nicht.

Ubud - Gläubige im Pura Tirta Empul

Sprache

Mit welcher Sprache kann man sich verständigen?

In Indonesien wird Bahasa gesprochen. Mit Englisch kommt man jedoch in den meisten Fällen gut durch. Die Leute freuen sich enorm, wenn auch die Touristen ein paar Wörter in Bahasa beherrschen.

Die wichtigsten Begriffe, welche man sich merken sollte, sind:
Salamat Pagi = Guten Morgen
Salamat Malam = Guten Abend
Trimacasi = Danke
Sama Sama = Bitte

Gili Trawangan - Schildkröte
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